SORA Risikobewertung: Schritt für Schritt zur Betriebsgenehmigung
Was ist SORA?
Um Drohnenbetreibern eine standardisierte Methodik für die Risikobewertung zur Verfügung zu stellen, wurde von JARUS (Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems) die SORA (Specific Operations Risk Assessment) entwickelt.
Die Risikobewertung nach SORA ist vom Bow-Tie-Modell abgeleitet, besteht aus zehn aufeinander aufbauenden Schritten und klassifiziert das Risiko eines individuellen Betriebskonzepts. Der Prozess analysiert für das geplante Fluggebiet das Risiko für Dritte am Boden und in der Luft. Zur Reduzierung des potenziellen Schadensrisikos bei einem Kontrollverlust erlaubt die Methodik zusätzlich Schadenminderungsmaßnahmen (Mitigations).
Die Gesamtrisikoklasse ergibt sich aus Ground Risk und Air Risk und wird als SAIL (Specific Assurance and Integrity Level) bezeichnet; sie legt die Sicherheitsanforderungen für den Betrieb fest.
Erstellung eines groben Betriebskonzepts
Der erste Schritt ist die Identifikation des Betriebskonzepts als Basis für die Risikobewertung. Benötigt werden Informationen zu Art des Betriebs (z. B. Testflug, Luftbildaufnahmen, Inspektion), Betriebsumfeld und geografischem Bereich, Komplexität des Betriebs, technischen Merkmalen der Drohne sowie zur Kompetenz des Personals.
Bestimmung der Bodenrisikoklasse (GRC)
Das UAS-Bodenrisiko (Ground Risk Class, GRC) beschreibt das Risiko, dass eine Person am Boden durch die Drohne zu Schaden kommt. Es ergibt sich aus Abmessungen, kinetischer Energie, Art des Betriebs und Betriebsszenario. Die Klassen reichen von 1 (niedrig) bis 10 (höchstes Risiko).
Beispiel: Drohne mit 125 J kinetischer Energie und 0,9 m maximaler Abmessung, ländliches Einsatzgebiet mit 10 Personen/km², VLOS-Betrieb → initiale GRC 3. Mit Fallschirm (M2, Reduktion der Aufprallenergie um 80 %) und effektivem Notfallplan (M3) reduziert sich die finale Bodenrisikoklasse auf GRC 2.
Bestimmung der Luftrisikoklasse (ARC)
Die Luftrisikoklasse (Air Risk Class, ARC) ist eine qualitative Einstufung des Kollisionspotenzials mit einem bemannten Luftfahrzeug. Sie wird über vordefinierte Fragen zu Luftraum und Flughöhe ermittelt. Strategische Maßnahmen wie Begrenzung der Flughöhe, der Flugdauer oder des Fluggebiets reduzieren die finale ARC.
Identifikation von SAIL und OSOs
Das SAIL beschreibt das Gesamtrisiko des Einsatzes. Je nach SAIL (Stufen I – VI) sind unterschiedliche Operational Safety Objectives (OSOs) durch den Gesetzgeber definiert.
Beispiel: finale GRC 2 und finale ARC b ergeben SAIL II (mittleres Gesamtrisiko) mit 18 zu erfüllenden OSOs. OSO #3 verlangt etwa, dass das UAS von einer kompetenten Stelle gewartet wird – nachzuweisen über Wartungsanweisungen, Wartungsprotokolle und eine Liste autorisierter Personen.
Kosten und Zeitaufwand
Die Kosten hängen von Umfang und Komplexität des Betriebskonzepts, Anzahl und Art der Risikominderungsmaßnahmen, SAIL-Stufe und dem gewählten Unterstützungsmodell ab. Ungeübte Antragsteller benötigen für die Erstellung der Genehmigungsunterlagen typischerweise 6–10 Arbeitswochen (240–400 Stunden).
Kostensparend wirken: einfache Betriebsplanung, Nutzung vorhandener Vorlagen und Software, sorgfältige Wahl des Dienstleisters sowie rechtzeitige Information zu Vorschriften und Gebühren.
Wie kann Dronesolut unterstützen?
Dronesolut bietet UAS-Betreibern zwei Wege: Do-It-Yourself mit unserer Software, die Sie Schritt für Schritt durch den SORA-Prozess führt, oder Full-Service, bei dem wir Risikobewertung und Betriebsdokumente für Sie erstellen.
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